Lohme, ein Ort mit steinalter Geschichte

Jungsteinzeit: Megalithgräber als frühe Spuren

Das Gebiet um Lohme war bereits in der Jungsteinzeit vor ca. 5.500 Jahren besiedelt (Trichterbecherkultur). Belegt wird das durch mehrere Großsteingräber, darunter das Ganggrab bei Nipmerow am Magelowberg, das Großsteingrab Ranzow sowie das Pfenniggrab (Pfennigkasten), das bereits 1745 erstmals erwähnt wurde.

Bronzezeit: Hügelgräber rund um Nipmerow

Auch aus der Bronzezeit (ca. 1800–600 v. Chr.) gibt es Hinweise auf Besiedlung und Nutzung. Genannt wird eine Vielzahl von Hügelgräbern bei Lohme und besonders im Umfeld von Nipmerow. Diese Spuren zeigen, dass die Landschaft lange vor dem heutigen Dorf als Lebens- und Kulturraum diente.

Slawenzeit: Nutzung ab etwa 800 n. Chr. und Namensherkunft

Nach der Bronzezeit werden wieder deutlicher fassbare Spuren menschlicher Nutzung erst ab der slawischen Besiedlung um 800 n. Chr. genannt. In diesem Zusammenhang wird auch die Namensdeutung erklärt: Lohme leitet sich vom altslawischen „lomŭ“ ab, sinngemäß „Bruch/Windbruch/Steinbruch“.

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Mittelalter bis Neuzeit: Küstenlage prägt den Ort

Als Ort an der Steilküste der Halbinsel Jasmund war Lohme über Jahrhunderte stark von seiner Lage zwischen Wald, Hochufer und Ostsee geprägt. Das passt auch zum Bild des „alten Fischerdorfs“, das sich bis heute im Charakter widerspiegelt: eher klein, naturverbunden, mit Aussichten über die Bucht Tromper Wiek – bis hin zum Kap Arkona.

19. Jahrhundert: Lohme als Seebad

Im 19. Jahrhundert beginnt der tourismusgeschichtliche Teil, der Lohme bis heute beeinflusst: Lohme wurde ab 1855 als Seebad genannt/geführt. Damit gehört der Ort zu den frühen Badeorten auf Rügen – allerdings mit deutlich ruhigerem, naturbezogenem Profil als viele klassische Seebäder. Und das ist bis heute so geblieben.

20. und 21. Jahrhundert: Hafen und Küstensicherung

Ein wichtiger Meilenstein war der Hafen: Der Hafen Lohme wurde 1906 angelegt und 1997 modernisiert. Aufgrund der Steilküste spielt außerdem Küstendynamik bis heute eine Rolle: Zur Stabilisierung des Steilhangs wurden 2009–2010 Maßnahmen zur Entwässerung umgesetzt, um die Hangstabilität zu verbessern. Lohme liegt dabei direkt am Rand des Nationalpark Jasmund, was den Ort zugleich stark als Ausgangspunkt für Natur- und Küstenerlebnisse prägt.

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